Messtechnik zur Überwachung von Feuchtmittel im Offsetdruck

Die Qualität des Feuchtmittels ist mit entscheidend für Druckqualität

Das Feuchtmittel stellt für den Offsetdruck neben der Druckplatte und der Offsetdruckfarbe die dritte wichtige Größe dar. Aus dem optimalen Zusammenspiel dieser Systemkomponenten resultiert ein perfektes Druckergebnis auch über hohe Auflagen hinweg.

Das Feuchtmittel besteht aus Frischwasser, Zusätzen und Alkohol. Als übliche Feuchtmitteltemperatur gelten 10°C bis 15°C. Dabei muss der Drucker wissen, dass zu niedrige Temperaturen zu Kondenswasser an Schläuchen und Feuchtmittelwannen und somit auch zur Bildung von Wassertropfen führen können. Im Idealfall verfügt das Feuchtmittel über eine Wasserhärte von 8° dH bis 12° dH und einen pH-Wert von 4,8 bis 5,5.

Der pH-Wert

Eine pH-Wert-Messung des Feuchtmittels ist wichtig, aber isoliert betrachtet ist der pH-Wert in Bezug auf die Feuchtmittelqualität nicht sehr aussagekräftig. Er zeigt lediglich an, ob Zusatz vorhanden ist oder nicht. Der pH-Wert kann mit handlichen Messgeräten schnell und einfach bestimmt werden.

Zur Bestimmung der Qualität des Feuchtmittels sollten zusätzlich auch Leitwert und Isopropanolkonzentration ermittelt werden.

Isopropanol (IPA)

Die Isopropanolkonzentration im Feuchtmittel ist wichtig für die Druckeigenschaften. Die Drucker setzen dem Feuchtmittel oft mehr IPA zu, als aus drucktechnischer Sicht optimal wäre. Die angestrebte Höchstmenge an Alkohol liegt bei 5–8 %. Auch aus Gesundheits- und Umweltschutzgründen ist in ein möglichst geringer Verbrauch an IPA anzustreben.

Ein- bis zweimal wöchentlich sollten die IPA-Konzentration sowie der Feuchtmittelzusatz kontrolliert werden. Mit Refraktometern kann das einfach durchgeführt werden.

Leitfähigkeit

Verunreinigungen im Feuchtmittel lassen die Leitfähigkeit (Leitwert) ansteigen. Je nach Wasser und Zusatz variiert die Leitfähigkeit, die ausgetestet werden muss und als Orientierungswert dient. Auch die Temperatur und die Alkoholkonzentration beeinflussen die Leitfähigkeit. Durch mehr Isopropanol (IPA) fällt diese. Moderne Leitfähigkeitsmessgeräte rechnen die Temperatur in die Messung mit ein.

Die Leitfähigkeit sollte mit frisch angesetztem Feuchtmittel ermittelt werden, damit sie als Messlatte für den Wechsel des Feuchtmittels dienen kann. Um Druckschwierigkeiten vorzubeugen, empfiehlt es sich, das Feuchtmittel in regelmäßigen Abständen zu erneuern. Durch den Einsatz von optionalen Feuchtmittelfiltern kann die Feuchtmittel-Standzeit erheblich erhöht werden. Ist der Leitwert im Feuchtmittel jedoch um ca. 1.000 μS/ cm angestiegen, sollte dies Anlass dafür sein, das Feuchtmittel zu wechseln.

Auch die Leitfähigkeit kann mit handlichen Messgeräten schnell und einfach bestimmt werden.